Unser neuer Mitbewohner

Seit ein paar Wochen haben wir einen neuen Mitbewohner. Er ist noch ziemlich jung, aber schon ganz schön wild. Meist ist er kühl und dunkel untergebracht. Ich habe ihn Mr. Baker genannt. Der (Ginger Baker) ist nicht nur der Lieblingsdrummmer von der Chefin; der Name paßt auch in anderer Beziehung.

Bevor nun jemand den Tierschutzverein benachrichtigt, weil Mr. Baker im Dunklen hausen muss: es ist ein Sauerteig, wo sich das zwischen den Backtagen so gehört, dass er im Kühlschrank in einem alten sauberen Marmeladeglas lebt.

Und ein Lebewesen ist er wirklich. Na ja, eigentlich Millionen Lebewesen, in Form von Milchsäurebakterien. Er muss regelmässig gefüttert werden, er braucht Pflege und Zuwendung. Aber trotzdem darf er nicht nur von Vegetariern wie mir sondern auch von Veganern gegessen werden.

Natürlich wird Mr. Baker nicht einfach so verspeist; er wird zu den leckersten und bekömmlichsten Broten verbacken. Ich kaufe schon lange keine Industriebrote mehr von den Bäckerketten. Viele Jahre habe ich meine Brote im Brotbackautomaten gebacken. Auch nicht schlecht, aber irgendwie noch nicht der “wahre Stoff”. Das Backen mit Sauerteig ist eine sehr langsame Art des Backens, was so im Brotbackautomaten nicht funktioniert. Es erfordert Planung, weil es sich häufig über Tage hinzieht. Nun ersetzt so ein Backtag keine Yoga oder Meditations Session. Aber diese entschleunigte Vorgehensweise hat was. Und soviel Arbeit ist es nun auch wieder nicht, weil der Brotteig zwischendurch immer stundenlange Ruhephasen hat. Und das Ergebnis ist wirklich phänomenal. 

Ich backe meine Brote übrigens nicht frei geschoben (auf einem Blech oder Pizzastein) sondern im Gußeisentopf. Das ist wie so ein eigener kleiner Ofen für das Brot und es bekommt fast so ein Aroma wie in einem Holzbackofen. Für mich funktioniert das sehr gut.

Ich verkneife mir jetzt mal sowohl die Anleitung für die Herstellung eines Sauerteigs als auch dass ich hier ein Foto meiner Brote reinstelle. Anleitungen für Sauerteige und Brotfotos gibt es reichlich im Netz.

Manchmal backe ich auch mit Backferment statt mit Sauerteig. Das Ferment hat den Vorteil, dass damit sehr viele Mehle (auch solche, die wenig oder keine Gluten haben) verbacken werden können. Das ist dann interessant für Leute mit Glutenunverträglichkeiten oder für die, die einfach mal glutenfreie Brot probieren möchten (z.B. aus Hirse, Mais, Buchweizen etc.) Da bei der Kultivierung von Backferment Honig eine Rolle spielt (aber nur ganz am Anfang, später wird Ferment genau wie Sauerteig weitergeführt), ist es unter Umständen nicht wirklich für Veganer geeignet. Das muß dann jeder selbst entscheiden.  

Ich kann das Brot backen nur jedem wärmstens ans Herz legen. Es hat sicher etwas damit zu tun, dass mensch ein Grundnahrungsmittel wieder mehr zu schätzen weiss, es hat etwas mit Nachhaltigkeit und Entschleunigung zu tun. Und es ist wirklich nicht kompliziert. 

 

Märzwinter

Nachdem es hier schon die ersten warmen Tage gab, die Kornelkirsche im Garten Blüten produzierte, wir Menschen schon mal erste – theoretische – Planungen für das beginnende Gartenjahr anstellten, die Hundejungs Fritz und Bommel das Draussen-Sein genossen haben kam das:

Tonnenweise Schnee (gestern allein mindestens 30 cm), ein eiskalter Ostwind und zweistellige Minustemperaturen. 

Bommelchen, der gerade beim Friseur war, musste draußen beim Gassi seinen Pulli überziehen. Beim Spielen im Garten ist das nicht nötig, weil er sich da ausreichend bewegen und so warm halten kann. Aber am Leinchen muß das bei diesen Temperaturen sein. Fritz braucht keinen Pullover, der hat nun wirklich richtig viel Fell. Aber das wird immer schön aufgebürstet, damit er da richtig Luft zum Wärmen hat. 

In den nächsten Tagen soll es wieder milder werden. Und vermutlich auch matschiger, wenn die Schneemassen wegtauen. 

Ich hätte jetzt bitte gern warmes Frühlingswetter, abends leichten Sprühregen, keinen Sturm, Hagel oder ähnliches Ungemach. Aber mich fragt ja niemand:-)

Futtern

Futter ist für meine Hunde natürlich ein Haupt- und Lieblingsthema. Sie bekommen ihre Hauptmahlzeit in zwei Portionen morgens und abends. Das habe ich von meinen großen Hunden (die nur noch in meinem Herzen leben) einfach übernommen. Bei denen hieß es immer, dass verteilte Portionen eine Magendrehung verhindern könn(t)en, also bin ich da auf Nummer Sicher gegangen und habe es einfach auch bei Fritz, dem Spitz und Bommel, dem Boston Terrier Pudel Mix so beibehalten; wobei die wegen ihrer Kleinheit um Längen nicht Magendrehung gefährdet sind, so dass es einfach eine Gewohnheit ohne bestimmten Grund ist.

Zu den besagten Hauptmahlzeiten wird gebarft. Auch das mache ich schon seit gefühlten Ewigkeiten bei allen meinen Hunden, mit denen ich mal mein Leben teilen durfte. Vorwiegend wird Rindfleisch, angereichert mit Ölen, Gemüse, Obst und Mineralien, gereicht. Einmal in der Woche gibt es auch Blättermagen oder Grünen Pansen. Gelegentlich auch mal Lamm, Huhn oder anderes Fleisch. Aber Bommelchen und Fritz stehen auf Rindfleisch, also bekommen sie das hauptsächlich. 

Dann sind da noch die Zwischenmahlzeiten (die korrekterweise von den Hauptmahlzeiten abgezogen werden). Zwischenmahlzeiten sind  die Häppchen und Snacks, die bei irgendwelchen Trainings erarbeitet werden. Seien es Clickersessions, Schnüffelspiele usw, also ein großer Teil, was so tagsüber unter dem Motto Beschäftigung läuft. Beim Lernen von Neuem aus dem Bereich Erziehung gibt es anfangs auch Leckerchen – wenn es sitzt, sollte es natürlich auch ohne gehen. 

Bei den Belohnungshäppchen bin ich sehr variabel. Manchmal ist es schnödes Trockenfutter, manchmal diese kleinen Trainees, manchmal selbstgemachte Pfannkuchen (mit Thunfisch oder Leberwurst), mal kleine Häppchen gekochtes Huhn. 

Dann gibt es ab und zu noch was zum Kauen und Knabbern – sozusagen anlasslos. Gelegentlich ein kleines Stückchen Rinderstrosse o.ä., einen gefüllten Kong zum Ausschlecken (im Sommer mit Gefrorenem gefüllt), mal eine kleine Scheibe Banane oder anderes Obst, mal dürfen sie aus einen praktisch leeren Joghurt- oder Quarkbecher die Reste schlecken. 

Als letztes sind da noch all die Dinge, die sie auf unseren Spazwanderungen inhalieren. Je nach Jahreszeit Brombeeren, Hagebutten und andere Beeren-Wildsträucher, Gras, Hasenköttel, ganz gelegentlich eine Maus und dies und das…

Beide Hunde sind rank und schlank, haben ein glänzendes schönes Fell, sind gesund und munter – und haben – gefühlt – ständig Hunger:-)))

Mein lieber Specht

Vorgestern, als ich vom Wohnzimmer aus in den Garten geschaut hatte, dachte ich, im Kirschbaum sitzt ein entflogener kleiner Papagei oder Sittich. Ich hatte zuerst nur den grünen Rücken und das knallrote Köpfchen gesehen. Dann konnte ich das Tierchen auch von der Seite sehen: kein Papageienschnabel; es war ein Grünspecht, der auch “in echt” so prächtig bunt aussieht, wie auf dieser Zeichnung.

In unserem Garten sind das ganze Jahr über die unterschiedlichsten Vögel. Gelegentlich besucht uns sogar ein Eisvogel, der am Gartenteich auf fette Beute lauert (da kann er lange lauern, die paar Gründlinge, die im Teich schwimmen, erwischt er nicht), recht oft schaut ein Eichelhäher vorbei, Stockenten latschen mit ihren breiten Entenfüßen über den Rasen, es lassen sich die unterschiedlichsten Vögel hier im Garten blicken. Manche als Dauerbewohner, manche schauen nur mal kurz vorbei. 

Aber einen Specht hatte ich hier noch nicht gesehen, weder schwarz noch grün. 

Ich vermute mal, dass dieser Vogel durch Friederike, diesem Sturm/Orkan (je nach Höhenmetern hier im Harz war Friederike mal das eine oder andere) vor ca. zwei Wochen obdachlos geworden war. Friederike hatte unglaublich viele Bäume flach gelegt, daher denke ich, dass dadurch auch etliche Vögel, Eichhörnchen und wer da noch so im oder auf Bäumen wohnt, sein Zuhause verloren hat.

Der Specht ist übrigens nicht geblieben, aber ich drücke ihm die Daumen, dass er jetzt weiß, wo er wohnen kann, und dass sein neues Zuhause nicht so bald wieder umgepustet wird.

 

Indoor Winterspiele

Bei dem derzeitigen flächendeckenden Schietwetter (mal regnet es, mal schneeregnet es, mal schneit es, es taut usw.) verwandeln sich die Naturböden in der Umgebung, inklusive des Gartens, langsam aber sicher in eine Modderlandschaft. Natürlich sind Bommelchen (Boston Terrier x Zwergpudel) und Fritz (der schönste aller Mittelspitze) auch jetzt noch viel draußen. Wir spazwandern, suchen Leckerchen in Garten oder spielen Bällchen und Frisbee. Aber: alles in allem sind wir deutlich weniger draußen als zur warmen Jahreszeit; es ist oft einfach zu ungemütlich und wird so früh dunkel.

Die Hundschaften müssen und wollen trotzdem beschäftigt werden; und das geht auch im Haus. Manchmal rolle ich Leckerchen in alte Handtücher ein (wer Hunde hat, hat auch einen Stapel alter Handtücher). Die beiden Junx müssen dann versuchen, das Handtuch wieder zu entrollen, um an die Leckerchen zu kommen. Die schwerere Variante ist, die Leckerchen auf dem Boden mit einem Tuch zu bedecken. Das erfordert echt hundliches Gehirnschmalz, um die Leckers “auszugraben”. 

Wir haben auch fertige Spiele, z.B. diese Intelligenzspiele, bei denen kleine Holzboxen, in denen das Lecker deponiert wird, auf die unterschiedlichste Art geöffnet werden müssen. 

Da bald Weihnachten ist, habe ich den kleinen Hunden ein neues Spiel spendiert. — Kleiner Einschub: eigentlich bekommen unsere Hunde keine Weihnachtsgeschenke, ich finde das blöd Punkt. Aber irgendwann werden auch für Hunde die ewig gleichen Spiele langweilig. Es soll auch keine Werbung für ein bestimmtes Spiel sein; man kann auch viel selbst machen, wie das Beispiel mit den Handtüchern zeigt, ein alter Karton mit Papierfetzen und Leckerli gefüllt, lädt zum Buddeln ein, Stühle und umgedrehte Eimer bieten sich für Indoor Agility an und kleine Clickerübungen vertreiben gut die Langeweile. — Das neue Spiel ist ja auch ein Vor-Weihnachtsgeschenk sozusagen. Schon ausgepackt, beschnuppert und bespielt. Es heißt Turn Around, besteht aus Plastikröhren mit Deckel an einer Stange, die wiederum an einem Gestell befestigt ist. In die Röhren werden Leckers deponiert und Hund muss irgendwie versuchen, die Röhre zu drehen, damit das Leckerchen rausfällt. So weit die Theorie. Und ich denke, ähnliches kann man auch ganz gut selbst basteln, wenn man dafür ein Händchen hat (habe ich leider nicht, deswegen fertig gekauft).I Ich habe erst mal die Deckel weg gelassen, damit das Leckerchen gegebenenfalls keine Probleme beim Rausfallen hat. Fritz, der Spitz, hatte nach der zweiten Proberunde den Bogen raus. Er haut mit Schmackes sein Pfötchen auf die Röhre und frisst sein runtergefallenes Leckerchen.

 

Für Bommelchen ist das Teil noch voller Rätsel. Er beisst versuchsweise ins Röhrchen, was ihm aber auch nicht weiterhilft. Irgendwann wird der Groschen bzw. das Leckerchen bei ihm auch fallen, bis dahin helfe ich ihm, damit er auch seinen Spaß hat und drehe das Röhrchen für ihn.

Die Hauptsache ist doch, wir machen alle zusammen etwas und haben Spaß:-)

Herbstprimel

Zu Frühjahrsbeginn, wenn draußen noch nichts blüht, hole ich mir Primeln, Hyazinthen, Narzissen und andere Frühjahrsblüher ins Haus. Die sehen hübsch aus auf der Fensterbank zusammen mit Forsythienzweigen und Deko, es gibt sie überall und sie kosten meist nur wenige Cents.

Vor allem die Narzissen und Hyazinthen wandern irgendwann in den Garten. Es sind ja Zwiebelblumen, so dass sie mit ein wenig Glück dann im folgenden Frühjahr draussen wieder blühen.

Im letzten Frühjahr hatte ich noch einige Primeln, die ich einfach im Heidegarten unterm Ginster “ausgewildert” habe. Normalerweise habe ich die, wie die meisten Leute es wohl tun, nach dem Verblühen auf den Kompost geworfen. Es sind Massen-, Cent- und irgendwie wirklich Wegwerfartikel. Aber da wollte ich mal wissen, was mit diesen Teilen draussen im Garten passiert. 

Passiert ist dann, dass die Primeln praktisch immer mal wieder das ganze Gartenjahr über geblüht haben. Und ganz erstaunlicherweise auch jetzt – mitten im Oktober (der dieses Jahr nun auch kaum “golden” ist, mit schon ziemlich rauem Wetter).

Apropos raues Wetter: auch meine Rose de Resht blüht immer noch, als würde sie es bezahlt kriegen.

Aber das ist nich so ungewöhnlich für viele Rosen. Meine kleine Primel ist dagegen richtig heldenhaft:-)))

 

Das Huhn

In unserer unmittelbaren Nachbarschaft befinden sich zwei Hühnerhofe (einer davon ist  Lieferant für unsere Eier). Die Hühner dort leben tagsüber auf je einer großen Wiese und sind abends im Hühnerhaus. Sie haben es wirklich gut mit netten Leuten, die sich kümmern. 

Gestern wollte der Chef mit Bommelchen und Fritz in den Garten, um eine Runde Frisbee zu spielen (ich war in meinem Büro am Ackern); als ich ein “Nein”, “Stopp” von besagtem Herrchen hörte. Verantwortungsbewußt wie ich bin (und nebenbei bemerkt auch dankbar für eine willkommene Unterbrechung bei der Arbeit) bin ich gleich gucken gegangen, was die Hundschaften angestellt hatten, um so einen Anpfiff vom Chef zu riskieren. Wie mir berichtet wurde, hatte sich direkt auf der Terrasse ein Huhn befunden. Die Betonung liegt auf hatte sich befunden. Bommel hat einen ausgeprägten Jagdtrieb durch seine Hälfte pudeliger Vorfahren und Fritz, als Deutscher Mittelspitz, hat den spitztypischen Vertreibtrieb gegen alles, was seiner Meinung nach nicht aufs Grundstück gehört.

Jedenfalls war das Huhn erst mal auf dem Nachbargrundstück. Komisch war eher, dass es vorher überhaupt bei uns war. Unser Grundstück ist ringsum mit einem 1,50 m hohen Zaun eingezäunt, damit die Hunde nicht den Sittich machen. Die Höhe stammt noch aus der Zeit, als unsere früheren Hunde deutlich grösser waren als die beiden Zwerge Bommel und Fritz. Diesen Zaun hatte das Huhn also fliegend oder flatternd überwunden. Was ich einfach toll finde. Dass das das konnte. Es ist eine absolute Hühnerminderheit in Deutschland, die die Gelegenheit hat, Zäune flatternd oder fliegend zu überwinden. Trotzdem war die Aktion von dem Huhn ziemlich blöde. Es war ja praktisch allein – ohne seine Freundinnen, was ihm gar nicht gefallen hat.

Wir und einige Nachbarn haben das Huhn den ganzen Tag gesucht; immer, wenn jemand ein wenig Zeit hatte. Huhn hatte sich natürlich wenn möglich versteckt, es gab Hinweise, dass es gesehen wurde, und wenn man dann hinkam, war es wieder weg. Ein wenig wie bei Elvis oder diesen Sommerloch Kängurus/Krokodilen, die manche Leute gegen alle Wahrscheinlichkeit sichten. Alle Nachbarn unterhielten sich über Huhn Sichtungen und darüber, wie Huhn wieder ganz knapp im Unterholz verschwand.

Das ganze hat aber ein Happy End. Abends kam das Huhn-Herrchen noch bei uns vorbei, um zu berichten, dass das Huhn wieder daheim bei seiner Schar ist. Es hatte ganz allein nach Haus gefunden. Vielleicht hat es die anderen Hühner gehört oder es war ganz einfach Zufall. Wir waren alle sehr froh, denn nachts allein draussen ist für ein Huhn lebensgefährlich. Es gibt hier Füchse und natürlich Autos.

Ich bin sehr stolz auf dieses Huhn und würde mir wünschen, dass alle Hühner Gelegenheit hätten, solche Tollkühnheiten zu begehen oder zumindest glücklich auf einer Wiese mit anderen netten Hühnern zu leben, nach Würmern zu scharren und sich die Sonne auf die Flügel scheinen zu lassen.

Licht am Ende des Tunnels

Bommelchen (Boston Terrier x Zwergpudel) und Fritz (Deutscher Mittelspitz) haben sich mal wieder was getraut.

Normalerweise halten sich ja eine gesunde Vorsicht vor Neuem und eine ebenso gesunde Neugier bei den Wichten die Waage. Manchmal ist es nicht leicht nachzuvollziehen, wann das eine oder das andere siegt. Immer aber finde ich, dass die Hunde schon von selbst entscheiden, ob sie sich etwas trauen oder lieber nicht. Bommelchen z.B. durchpflügt unseren Teich wie ein Seehund und ist total gern im Wasser. Das war nicht immer so; früher war der Bommelmann zwar nicht gerade wasserscheu, aber er konnte sehr gut darauf verzichten. Erst nach dem Tod unseres Harzer Fuchses Chili, der eine absolute Wasserratte war und am liebsten den ganzen Tag im Wasser war, fing Bommelchen an, den Gartenteich, das ehemalige Biotop von Chili, für sich zu erobern. 

Fritzchen liebt Höhlen, Unterstände – alles, wo man unter- und reinkriechen kann (dem Bommel ist so was unheimlich), dafür findet Fritz Wasser doof.

Als ich den Tunnel im Garten aufgebaut hatte, war der kleine Spitz natürlich in seinem Element. Sonst stand er immer leicht gelangweilt am Gartenteichufer und hat Bommelchen beim Planschen zugeschaut. Diesmal war er wie der Blitz im Tunnel verschwunden (so eine prima Höhle, ewig lang, knisternd, spannend) und Bommel stand am Tunneleingang und traute sich nicht. Er traute sich ziemlich lange nicht, während Fritz im Tunnel hin- und herausauste wie die Elektronen im CERN-Tunnel. Irgendwann habe ich im Tunnel Leckerchen deponiert, so dass Bommelchen (die kleine Fressmaschine) herausfinden konnte, dass Tunnel nichts tut (bei wirklich grosser Angst vor Dingen helfen übrigens keine Leckerchen, da sind Hunde nicht mal in der Lage, dass Leckerchen zu nehmen). Aber in einer entspannten Spielsituation kann das schon helfen, die Angst zu überwinden. Und irgendwann waren beide Hunde im Tunnel (ein Überbleibsel aus den Tagen mit großen Hunden). Sie hatten reichlich Platz, konnten aufrecht stehen und sich gegenseitig beim Hin- und Herrennen überholen. 

Zwei Hunde im Tunnel

Suchbild

 

Das Wandern ist des Bommels Lust…

und des Fritzchens und natürlich die der Hundechefs. Freitag vor Pfingsten haben wir uns mal wieder auf in den Oberharz gemacht. Der Oberharz ist sehr praktisch zum Wandern. Da man sowieso – mehr oder weniger – schon oben ist, gibt es nicht mehr so viele anstrengende steile Aufstiege. Die haben wir sonst jeden Tag auf den Hundespaziergängen, da wir direkt am Harzrand wohnen. 

Zum Wandern haben wir uns die Kalte Bode mit den unteren und oberen Bodefällen vorgenommen. Das sind zwar nicht die Niagara Fälle, aber wirklich sehr hübsch. Unsere Harzflüsschen haben sowieso allesamt ihren eigenen Charme. Und das Wasser ist kristallklar, kalt und sauber. Wir brauchen also keine Trinkvorräte für die kleinen Hundejungs mitschleppen. 

Beide Hunde, Spitz Fritz und Bommel Boston Terrier Mix, sind sowieso angenehme und ausdauernde Wanderbegleiter. Als wir nach vielen Stunden von der Wanderung zurück kamen, wollten sie gleich im Garten eine Runde mit ihren Bällchen spielen. Die Wichte sind echt unermüdlich:-)

Bodefall

 

Yoga mit Hund

Die allgemeine Nachrichtenlage verlangt es, dass man ich gelegentlich auch mal wieder runterkomme. Auch wenn es wegen vermehrten Kopfschüttelns angesichts der bizarren und/oder grausigen täglichen Nachrichten zu einer Art Schleudertrauma kommt, ist Muskelentspannung und ruhiger Atem eine gute Therapie. All das leisten Yoga und Meditation.

Da ich hier an meinem Wohnort nicht gerade die Auswahl an Yogaschulen habe, finden die Übungen eben bei mir zu Hause statt. Und zu Hause sind die Hunde. 

“Yoga mit Hund” bedeutet hier nicht, dass die Hunde Yoga machen. Obwohl es das natürlich auch gibt; das nennt sich dann Doga und findet vorwiegend in New York und Hongkong und weniger im Harz statt. Da aber meine beiden Schnuggels, das Fritzchen und der Bommel, es sowieso aus dem Effeff beherrschen, mit ihrem linken Hinterfuss hinter ihr rechtes Ohr zu kommen, sieht die Yogastunde für meine Hunde ganz anders aus und ist wohl nicht im Sinne der Erfinder des Doga.

Die kleinen Hundejunx scheinen es jedenfalls zu lieben, wenn ich meine Matte ausrolle. Wenn ich die Yoga Position des herabschauenden Hundes einnehme, rennen sie zwischen meinen Armen und Beinen im Kreis. Und besonders schön finden sie es, wenn ich meditiere. Dabei sitze ich ja auf der Matte und befinde mich praktisch fast auf Augenhöhe mit Spitz und Bossi-Poo. Meist habe ich die Augen dabei geschlossen – und wenn ich sie öffne sehe ich vor mir zwei Hunde liegen, die mich gespannt beobachten, anscheinend darauf wartend, dass ich ein Lebenszeichen von mir gebe. Das sieht einfach nur niedlich aus. Gelegentlich bekomme ich auch mal unversehens ein Küsschen von einem oder beiden Hunden. Mit der Tiefenentspannung ist es dann erst mal vorbei, wie man sich vermutlich denken kann. Was mir aber völlig egal ist, denn Yoga mit Hund(en) ist einfach völlig entspannend, wie ich finde.

Im übrigen können wir sehr gut yogisches Denken von unseren Hunden lernen. Das was wir durch viele Übungen erreichen wollen, nämlich das Gedankenkarussell vorübergehend abzuschalten und im hier und jetzt und ganz bei uns anzukommen, beherrschen unsere Hunde vorbildlich. Sie sind die perfekten Gurus – schon allein deswegen, weil sie mit ihrer linken Hinterpfote hinter ihr rechtes Ohr gelangen:-)))